Partikel-Management-Technologie

Partikel-Management-Technologie ist ein patentiertes Verfahren, das Wissenschaftler von AkzoNobel Powder Coatings entwickelt haben. Mit unserer geschützten Partikel-Management-Technologie bieten wir unseren Kunden einmalige Verbesserungen des Anwendungsprozesses bei deutlichen Kosten- und Qualitätsvorteilen.

Das Verfahren beeinflusst das grundlegende Verhalten geladener Partikel und ermöglicht so die bessere Kontrolle des Pulverauftragsprozesses.

Alle Pulverlacke bestehen aus positiv und negativ geladenen Partikeln. Grund dafür ist Reibungsladung zwischen den Partikeln. Der Bereich der Ladungen beider Polaritäten bildet die bipolare Ladungsverteilung. Eine Veränderung der bipolaren Ladungsverteilung hat Einfluss darauf, wie ein Pulverlack fluidisiert, durch die Rohre transportiert wird, beim Aufsprühen eine Wolke bildet und sich auf dem geerdeten Teil anlagert. Partikel-Management-Technologie ist die Sammelbezeichnung für eine Reihe patentierter Verfahren zur Manipulation der Partikelgröße und Kontrolle der bipolaren Ladungsverteilungen nach der Zugabe von Zusatzstoffen. Damit wird die Handhabung und der Transport unterstützt sowie die Aufbringung und Ablagerung von Pulverlacken gesteuert, um den Pulverlackbeschichtungsprozess zu verbessern.

Es gibt drei große Produktklassen in der Partikel-Management-Technologie.

Interpon XTR:

Ein feingemahlener Pulverlack, der sich für die Aufbringung sehr dünner Schichten bis runter auf 30 Mikrometer eignet. Ohne Partikel-Management-Technologie sind derart feine Pulverlacke schwer zu fluidisieren, fließen in Schüben und tröpfeln beim Pumpen durch die Rohre und lagern sich ungleichmäßig auf dem zu beschichtenden Teil an. So entstehen durchsichtige Stellen, an denen das Metall durch die Beschichtung durchscheint. Interpon XTR kann wie herkömmliche Pulverlackprodukte fluidisiert und angewendet werden und erzielt eine Schichtdicke von 30 Mikrometern auf großen Teilen mit relativ einfachen Formen. Dieser Lack kommt häufig bei Haushaltsgeräten zum Einsatz, bei denen niedrige Kosten eine große Rolle spielen.

Interpon AF:

Ein Mittelding zwischen herkömmlichen Pulverlacken und Interpon XTR. Die Partikelgröße ist etwas gesenkt, aber nicht so sehr, dass die strenge Kontrolle der Wiederverwendung von Overspray nötig werden würde. Es werden ähnliche Schichtdicken erreicht wie mit herkömmlichen Pulverlacken. Die Partikel-Management-Technologie trägt jedoch zu einer deutlichen Verminderung von Effekten wie dem Fensterrahmeneffekt bei. Das ermöglicht niedrigere Kosten und baut Farbunterschiede zwischen Teilen ab. Interpon AF wird häufig verwendet, um die Auftragsleistung zu verbessern. Besonders empfohlen wird der Einsatz von Interpon AF für Deckenplatten: Gleichmäßiger Schichtaufbau sorgt für gleichmäßige Farbe auf einer größeren Fläche von installierten Platten.

Interpon AC:

Ein Pulverlack, der speziell für die Anwendung bei Objekten entwickelt wurde, bei denen das Problem des Faradayschen Käfigs besteht. Diese Objekte haben vertiefte Bereiche, die schwierig zu beschichten sind. Zwingt man dort Pulverlack hinein, sind sehr dicke Schichten in den leichter zu beschichtenden Bereichen die Folge. Interpon AC manipuliert die bipolare Ladungsverteilung des Produktes so, dass bestimmte Partikel sich bevorzugt in den vertieften Bereichen ablagern. Das reduziert den Schichtaufbau in leichter zu beschichtenden Bereichen, während gleichzeitig in den Bereichen mit Faradayschem Käfig eine ausreichende Beschichtung erzielt wird.

Das gesamte Maßnahmenpaket zur Verbesserung des Pulverauftragsprozesses ist unter der Marke Interpon Extra zusammengefasst.

Interpon Extra ist in den meisten Oberflächenausführungen und mit den meisten chemischen Merkmalen erhältlich. Zusätzliche Investitionen sind NICHT erforderlich: Der Interpon Extra Prozess kann in allen Auftragsanlagen eingesetzt werden. Nach der Einführung von Interpon Extra gibt es eigentlich nur einen Unterschied, den Ihr Kunde erkennen kann: höhere Qualität.