Wirbelbett

Es gibt zwei Möglichkeiten zur gewerblichen Anwendung von Pulverlacken: das Wirbelbett oder das wesentlich weiter verbreitete elektrostatische Sprühverfahren.

Wirbelbett

Das Wirbelbett wurde ursprünglich für den Auftrag von thermoplastischen Pulverlacken entwickelt und ist heute noch die häufigste Anwendungsmethode bei diesen Produkten. Bei wärmehärtenden Harzen beschränkt sich der Einsatz des Wirbelbettes in der Regel auf die Fälle, bei denen in einer Schicht eine außergewöhnlich dicke (z. B. 250-500 Mikrometer) Beschichtung aufgetragen werden muss. Dazu gehören die Beschichtung von Ventilen für Gas- und Wasserleitungen, wo eine stabile, langzeitfeste und korrosionsbeständige Oberfläche sehr wichtig ist.

Das Wirbelbett besteht im Prinzip aus einem Tank mit durchlässiger Membranbasis, durch die kontrolliert Niederdruckluft zugeführt wird. So wird das Pulver im Tank fluidisiert. Es erhält ähnliche Eigenschaften wie eine Flüssigkeit. So sinkt der Widerstand gegen eindringende Körper und eine gleichmäßige Beschichtung wird gewährleistet.
Die zu beschichtenden Objekte werden vor dem Eintauchen in das Wirbelbett auf eine Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes des Pulvers vorgeheizt. Die Schichtdicke hängt von der Eintauchdauer im Wirbelbett und der Vorheiztemperatur des Objektes ab. Bei ausreichend großen Objekten kann die gespeicherte Wärme ausreichen, damit das Polymer aushärtet. Ansonsten ist Nachheizen erforderlich.

Vorteile

  1. Mit nur einem Eintauch- und Nachhärtzyklus kann eine überdurchschnittlich dicke und korrosionsbeständige Beschichtung erreicht werden.
  2. Mit richtig zusammengesetzten Pulverlacken können gleichmäßige Schichten hergestellt werden.
  3. Niedrige Anschaffungskosten für die Anlage.

Nachteile

  1. Zur Beladung des Tanks wird eine relativ große Pulvermenge benötigt.
  2. Das Objekt muss vorgeheizt werden. Teilweise ist Nachheizen erforderlich, damit das Objekt vollständig aushärtet.
  3. Dieses Verfahren eignet sich nur für Anwendungen, bei denen eine dicke Schicht benötigt wird.
  4. Dieses Methode kann nur bei Objekten mit vergleichsweise einfachen Formen eingesetzt werden.
  5. Dünnes Blech hat eine zu geringe Wärmekapazität und kann deswegen nicht beschichtet werden.